ZOLLENSPIEKER

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An der Elbe - Stromkilometer 598,5

Der Zollenspieker zu Hamburg
(Hotel- und Restaurantbetrieb mehr Infos unter: http://www.zollenspieker-faehrhaus.de)

Das Zollenspieker Fährhaus steht auf dem südlichsten Punkt Hamburgs.
Wie kaum ein anderes historisches Gebäude in Norddeutschland repräsentiert es hanseatische Geschichte. Im Jahre 1252 wird der Ort mit dem Flurnamen Yslinge erstmals urkundlich erwähnt. Hier gab es eine Furt, vermutlich auch schon eine Fähre (im Winter Eisbahnen), die für den Landverkehr von Norden nach Süden von großer Bedeutung waren. Diesen geographischen Vorteil nutzten die damals herrschenden Herzöge von Sachsen zur Erhebnung von Land- und Elbzoll.
Aus dem Zoll zu Yslinge enstand im Sprachwandel der Zeit der sogenannte Esslinger Zoll, der vor Ort unter dieser Bezeichnung bis 1847 erhoben und im Jahre 1863, im Rahmen der europäischen Neuordnung durch die Bestimmungen der Elbschiffahrtsakte, aufgehoben wurde.
Erstmals um 1460 taucht die Ortsbezeichnung "Toln Spieker" auf, denn Esslingen lag auf einer inzwischen bedeutend gewordenen internationalen Handels- und Heerstraße. Das erforderte eine allgemein verständliche Ortsbezeichnung, aus der einerseits hervorging, daß an dieser Stelle Zoll erhoben wurde und andererseits, daß man Waren vorübergehend speichern konnte.
Zu dieser Zeit stand hier, im Stil der nordeutschen, gotischen Speicherarchitektur, ein Zollhaus mit einem dem Flußlauf zugewandten Doppelgiebel. Seit 1420 war (bis 1868) der Zollenspieker und die ihn umgebende Region ein Kondominat der beiden Hansestädte Hamburg und Lübeck, die ihre Herrschaft an der Elbe durch die Zollerhebung und durch politisch einseitige Willkürakte, die hier im besonderen Flußlaufregulierungen betrafen, trefflich zu nutzen wußten. Der Streit mit den überelbischen Nachbarn blieb nicht aus. Braunschweigisch-lüneburgische Truppen setzten im Februar 1620 über die Elbe und schleiften das Fähr- und Zollhaus bis auf die Grundmauern, von denen auch jetzt noch mächtige Teile das Gebäude tragen.
Das heutige Haus besteht im wesentlichen Baukörper aus dem Neubau von 1621. Die Mauern des Schanzensterns lassen zur Flußseite noch den wehrhaften Charakter der Gesamtanlage erkennen. - Beim Zollenspieker sind im Laufe der Jahre hunderte Millionen Menschen und Tiere (besonders Ochsen-Driften) durchgezogen, Heerscharen, gemeines Volk, gekrönte Häupter und ungekrönte Potentaten. Dichter und Denken, Maler und Musiker haben "den unstreitig schönsten Punkt an der Oberelbe" in zahllosen Werken verewigt.
Von 1252 bis 1994 war das denkmalgeschütze Zollenspieker Fährhaus ein staatliches Hoheitsgebäude, das wegen Baufälligkeit abgerissen werden sollte. Ein gebürtiger Vierländer, der Hamburger Unternehmer Bodo Sellhorn, rettete das Haus vor der Abrissbirne und schuf bis zum Jahre 1998 nach dem historischen Vorbild ein neues, baukünstlerisches Juwel.

Im Dezember 1999 ist ein Buch über den Zollenspieker und das Fährhaus erschienen!

 

 

Apotheke Zollenspieker, Süderquerweg 40, 21037 Hamburg
Tel : 040-723 05 75, Fax : 040-723 06 78, info@apotheke-zollenspieker.de